JAHRESAUSKLANG MIT DREI ZUSAMMENFÜHRUNGEN

24. Dezember 2016
Liebe VITA-Freunde,
es war eine emotionale Zeit, die hinter uns, und vor allem Lena, Pauline, und Can liegt – sie alle drei haben in den letzten Wochen und Monaten in Hümmerich die Zusammenführung mit ihren VITA-Hunden Jamie, Quandace und Willow abgeschlossen.

Pauline und Can, die im letzten Jahr ihre geliebten vierbeinigen Partner Eve und Mr. Winter über die Regenbogenbrücke verabschieden mussten, öffneten ihr Herz für einen neuen VITA-Vierbeiner, den sie in Ihr Leben gelassen haben. Viel Geduld, viele Trainingseinheiten, Gespräche und Übungen liegen in den letzten Monaten hinter den drei neuen Teams – herzlich Willkommen Lena & Jamie, Pauline & Quandace und Can & Willow - wir hoffen, wir sehen und hören in Zukunft noch viel von Euch und wünschen Euch für die ersten gemeinsamen Wochen und alles was folgt eine wunderbare Zeit!

Alle Geschichten über diese Zusammenführungen sind besonders, einzigartig und sehr emotional. Aber weil Can & Willow genau zu Weihnachten zusammengefunden haben, möchten wir Sie/Euch an ihrer Geschichte heute ganz besonders teilhaben lassen. Die „etwas andere Weihnachtsgeschichte“ findet Ihr im angefügten Dokument. Uns kommen beim Lesen immer wieder Tränen der Freude und des Glücks – hoffentlich geht es Euch genauso. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch an PURINA für die unglaublich großzügige Unterstützung dieses wunderbaren Teams.

Unser Dank geht natürlich auch an alle anderen VITA-Freunde und Ehrenamtlichen – mit Eurer Hilfe konnten wir so wieder einmal mehr erleben, wie Zeit und Atem stillstehen und Momente entstehen, die den Worten Lebensfreude, Unabhängigkeit und Freundschaft nochmal eine ganz andere Bedeutung verleihen.

Das ganze Team von VITA wünscht allen ein wunderbares Weihnachtsfest und einen guten Start in ein gesundes und glückliches Jahr 2017. Wir sind sehr dankbar für all die Unterstützung, die wir auch in diesem Jahr erfahren durften und freuen uns auf das nächste gemeinsame Jahr.

Eure VITAs


Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte
Meine ganz persönliche Weihnachtsgeschichte handelt in diesem Jahr von Can und Willow. Nicht nur deshalb, weil Willow pünktlich zu Heilig Abend bei ihrer neuen Familie eingezogen ist. Die beiden haben mein Herz in den letzten Wochen und Monaten auf eine ganz besondere Art und Weise berührt.

Can und seine Eltern mussten sich im letzten Jahr von ihrem Mr. Winter verabschieden. Diesem prächtigen, großen, klugen Hund, den alle so sehr liebten.
Winter hatte Cans Leben Wärme, Sinn und Struktur gegeben. Jetzt verlor sich der 13-jährige in tiefer Trauer. Winter ersetzen? Das schien der ganzen Familie unmöglich. Dann aber lernte Can Willow kennen. Oder besser gesagt: Willow entdeckte ihren Can. In nichts glich die zierliche, kleine Retriever-Dame Mr. Winter, aber sie schaffte es, ganz allmählich das Herz des so verschlossenen und in sich gefangenen Jungen zu erobern – ganz einfach, weil sie ihm so zielstrebig und unmissverständlich das ihre zu Füßen legte. Vieles sprach gegen dieses Team, auch familiäre Gründe.
Doch irgendwann legte sich bei Can der Schalter um. Er begann um „seine Willow“ zu kämpfen, obwohl er wusste, dass er mit seinen 14 Jahren die Hauptverantwortung für diesen Hund würde tragen müssen. Es war unglaublich, wie er sich allen Widerständen zum Trotz durchgebissen hat. Kein Wort der Klage, wenn er bei Dauerregen mit eiskalten Händen klatschnass im Rollstuhl saß. „Wir schaffen das, mein Mädchen“, sagte er dann.

Diesen Satz habe ich immer wieder von ihm gehört. Er gab einfach alles. Der Junge wuchs buchstäblich über sich hinaus. Innerlich und äußerlich. Er musste so viele Ängste überwinden. Während der Zusammenführung alleine nach Hümmerich kommen, zum Beispiel. Und Willow dankte es ihm mit Freudensprüngen, hingebungsvollen „Gesichtswäschen“ und einer stetigen, ernsthaften Zuverlässigkeit. Der Hund öffnete diesem so einsamen und traurigen Jungen wieder den Blick für die Welt und für das Leben. Ich erinnere mich an eine Episode. Zwei, drei Wochen ist das jetzt her. Fußgehen am Rolli. Can hat das unermüdlich mit Willow geübt. Hat sie gelobt und gestreichelt und immer wieder motiviert. Es war kalt, über den Westerwald pfiff ein eisiger Wind – und irgendwann war Schluss. Zumindest für Willow. Sie konnte nicht mehr und wollte nicht mehr. Doch wie macht man das seinem zukünftigen Partner klar? Willow, diese pfiffige, kleine Hundelady, wusste sich zu helfen, und sprang mit einem eleganten Satz auf Cans Schoß. Für sie der sicherste Ort der Welt. Can war perplex, und ich nicht minder.

Eine halbe Minute verstrich, Willow saß da wie festgewachsen, und plötzlich begann Can glucksend zu lachen. Er hatte nur noch Augen für seinen Hund, der ihm diese bedingungslose Liebe entgegenbringt. Ihm und keinem anderen. So viel Glück, Ergriffenheit, Zuneigung und Stolz schwangen in Cans leisem Lachen mit, er hatte alles um sich herum vergessen. Selbst als er vorsichtig zu rollern begann, sprang Willow nicht herunter. Diese Szene hat mich zutiefst berührt und mir ein weiteres Mal vor Augen geführt, warum es VITA gibt, und warum wir diese Arbeit fortsetzen müssen. Gestern, zwei Tage vor Heilig Abend, habe ich Willow Can und seinen Eltern übergeben. Bei garstigem Wetter legten wir noch eine Übungseinheit an der Nidda ein. Can strahlte über das ganze Gesicht. Er war so glücklich. Willow wich nicht von seiner Seite. Als ich abends das Haus verließ, stand Willow oben auf der Treppe und schaute mir nach. Dann rief Can nach ihr. Die Hündin warf mir einen letzten Blick zu, drehte sich um, und ich sah nur noch ihre wedelnde Rute, die in Cans Zimmer verschwand. All diese kleinen Wunder sind nur möglich, weil Ihr uns helft. Danke für Eure Unterstützung und dafür, dass Ihr an VITA glaubt.

Eure Tatjana