Die Kreidler-Methode


Im Rahmen ihrer Diplomarbeit "Hunde als Helfer und Heiler“ wurde Tatjana Kreidler auf die englischen Organisationen "Guide Dogs for the Blind" und "Dogs for the Disabled" in Großbritannien aufmerksam.


Nach ihrem Sozialpädagogik Studium hat Tatjana Kreidler eine umfangreiche Ausbildung als Hundetrainerin bei diesen Organisationen absolviert. Dabei lernte sie nicht nur die Ausbildungsmethoden kennen, sondern wurde auch damit vertraut gemacht, wie das passende Mensch-Hund Team ermittelt wird und worauf es bei der Zusammenführung der Teams ankommt. Durch ihre jahrelange intensive Beschäftigung mit der Ausbildung und der Zusammenführung der Teams hat sie eine eigene spezielle Methodik entwickelt, die sogenannte „Kreidler-Methode“. In ihrer Arbeit wird sie durch die Tierärztin Dr. Ariane Volpert unterstützt. Die Methode wird ständig weiterentwickelt und berücksichtigt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse.



Aufgaben eines VITA-Assistenzhundes
Der Assistenzhund ist Helfer, treuer Partner, Eisbrecher und Mittler. So ist er also weit mehr als nur ein Helfer für praktische Aufgaben. Er steigert die Lebensqualität und Lebensfreude, indem er:

• bestimmte alltägliche Aufgaben übernimmt
• das Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen steigert
• Gesellschaft leistet, Kamerad ist, Einsamkeitsgefühle vermindert
• die Isolation aufbricht und hilft, soziale Kontakte herzustellen

Er vermittelt das Gefühl, voll akzeptiert, geliebt und gebraucht zu werden und macht von dritten Personen unabhängiger.

Beispiele für Aufgaben, die ein Assistenzhund übernehmen kann:
• Gegenstände aufheben/bringen
• Türen öffnen und schließen
• Lichtschalter und Klingel betätigen
• Alarm auslösen, Hilfe holen
• Beim An- und Ausziehen helfen
• Beim Einkauf helfen.



Ausbildungsphasen
Die positiven Wirkungen, die ein Hund auf einen Menschen haben kann, sind nur dann zu erzielen, wenn man sehr sensibel und kompetent mit der Zusammenführung eines Teams umgeht. Es muss eine Vielzahl von Aspekten berücksichtigt werden: Die richtige Auswahl von Welpen, die positive, hundgerechte Ausbildung, das richtige Matching von Mensch und Hund und schließlich die fachgerechte Zusammenführung, bei der die Förderung der Beziehung sowie die Anleitung und Aufklärung des "richtigen" Umgangs mit dem Hund von großer Bedeutung sind.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und positive Wechselwirkung zwischen Hund und behindertem Menschen ist eine qualifizierte Ausbildung von Assistenzhunden, Fachwissen im Bereich der Kynologie und nicht zuletzt auch Fachwissen im pädagogischen und psychologischen Bereich und ein besonderes Einfühlungsvermögen.



Wie kommen nun die positiven Wirkungen eines Assistenzhundes für den behinderten Menschen zum Tragen bzw. wie bildet VITA Assistenzhunde aus?

1. Welpenauswahl
Die Welpen werden sehr sorgsam von VITA ausgesucht, wichtig dabei ist das Wesen und die Gesundheit der Elterntiere, sowie die Welpentests.

2. Sozialisierung
Mit ca. acht Wochen kommen die Welpen für 12 bis 15 Monate zu ausgewählten Paten, wo sie aufwachsen und spielerisch an ihre Umwelt herangeführt werden. Die Paten werden von einem VITA-Ausbilder betreut.

3. Ausbildung
Die eigentliche Ausbildung gliedert sich in zwei Phasen und dauert sechs bis zehn Monate. Die Ausbildungszeit ist u.a. abhängig davon, welche speziellen Aufgaben ein Hund für den für ihn bestimmten Menschen übernehmen muss.
In der ersten Phase lernen alle Hunde die so genannten Basics und in der zweiten Phase folgt das Fortgeschrittenen-Training, in dem sie dann gezielt auf ihre individuellen Aufgaben vorbereitet werden.

4. Matching
Das zueinander passende Mensch-Hund-Team wird ermittelt.

5. Zusammenführung
Tatjana Kreidler und/oder Dr. Ariane Volpert übernehmen nun die Zusammenführung des neuen Mensch-Hund-Teams statt. Sie dauert ca. vier bis sechs Wochen. Während dieser Zeit entsteht eine behutsame Beziehung zwischen dem Hund-Mensch-Team, beide lernen den Umgang miteinander und müssen nun im Alltag zusammenwachsen.

6. Nachbetreuung
Die Teams werden von VITA regelmäßig nachbetreut und geschult – ein Hundeleben lang.