VITA-Team: Frieda und Fellow



Frieda hat sich riesig gefreut, als ihr "Fellino" im September 2009 bei ihr eingezogen ist. Seit dem sind die beiden unzertrennlich und haben eine Menge Spaß zusammen. Der Golden Retriever Rüde Fellow und die lebhafte Frieda harmonieren auf ganz besondere Weise.

   

Fellow, vom Wesen ruhig und ausgeglichen, gibt Frieda Sicherheit, wenn sie beispielsweise alleine zu Hause ist. Gemeinsam mit ihrem „Fellino“ macht sie Wald und Wiesen unsicher – ein Team, das unbeirrt seinen Weg geht.

Gern möchten wir Euch die ganze Geschichte vom Team Frieda & Fellow vorstellen:

"Fellow ist immer da, mein bester Freund und beschützt mich" sagt Frieda im Jahr 2010 – da ist VITA-Assistenzhund Fellow seit einem Jahr an der Seite des damals 10-jährigen Mädchens. Für sie und ihre Familie hat sich seitdem viel verändert "Frieda kam als Frühchen zur Welt und hatte nach der Geburt Sauerstoffmangel. Deshalb hat sie eine Tetraspastik und sitzt im Rollstuhl. Sie war ein sehr ängstliches Kind, hatte Angst alleine zu bleiben, auf fremde Menschen zuzugehen, mit ihnen zu sprechen. Und sie hatte riesige Angst vor Hunden. Als wir auf VITA stießen, fanden wir die Idee mit einem Assistenzhund für sie toll, aber sie war erst gar nicht begeistert. Erst als sie auf einer Veranstaltung die anderen Teams sah und die Hunde so lieb und fürsorglich waren, taute sie etwas auf. Als sie dann Fellow kennenlernte, war das Eis endgültig gebrochen“, erinnert sich Friedas Mutter Birgit.

„Nach unserer Bewerbung mussten wir erst einmal ziemlich lang warten, ehe klar war, dass wir einen Assistenzhund bekommen“, erklärt Friedas Mutter. Denn die Warteliste ist voll: über hundert Bewerber stehen aktuell darauf. Und der Verein finanziert die Ausbildung der Hunde und die Nachbetreuung der Teams komplett durch Spenden. Zuschüsse von öffentlicher Seite oder von Krankenkassen gibt es nicht. Deshalb kann von der Bewerbung bis zum sogenannten Matching einige Zeit vergehen. Beim Matching wird dann geschaut, welcher der Hunde zu welchem Bewerber passt: „Und bei Frieda war es Fellow, wo es sofort klar war: die beiden sollen ein Team werden“ sagt Birgit. Die Zusammenführung von beiden fand im Ausbildungszentrum in Hümmerich statt, über 6 Wochen dauerte diese Zeit des gemeinsamen Annäherns und Trainings. „Dieses ruhige Zusammenwachsen ist unheimlich wichtig, um ein starkes und gleichberechtigtes Team zu schaffen – wir wollen garantieren, dass es Hund und Mensch eingespielt sind, wenn wir die beiden in ihr gemeinsames Leben entlassen“, so VITA-Gründerin Tatjana Kreidler.

Als Fellow dann endlich zu Frieda kam, waren alle erstmal ein bisschen baff: „Jetzt ist er hier, bei uns zu Hause, wir haben einen Hund, Frieda hat ihren Assistenzhund und wir sind ganz alleine mit ihm… Frieda war so aufgeregt. Klappt das auch alles, schaffen wir das auch alles alleine? Fellow wurde beobachtet, geht es ihm gut, fühlt er sich wohl? Wie viel Futter bekam er nochmal und welche Menge Gemüse? Wann kam nochmal das Öl ins Futter? Warum kratzt er sich jetzt?“ lacht Birgit heute. Doch VITA stand und steht jedem Team mit Rat und Tat zur Seite: „Wenn wir nicht weiterwussten, haben wir Hilfe gerufen und uns wurde geholfen. Wir können uns immer an VITA wenden, wenn wir Fragen haben, das gab und gibt uns unheimlich viel Sicherheit“. Nach der mehrwöchigen Zusammenführung im Sommer 2009 im Ausbildungszentrum des Vereins und einer aufregenden Anfangszeit zu Hause hatte sich das Team Frieda und Fellow schnell eingelebt. „Frieda war als Kind sehr schüchtern, hatte Angst mit fremden Menschen zu sprechen“, erzählt Mutter Birgit, „Fellow ist ihr Bruder und Freund, ihr Zuhörer und Tröster. In unserem Fall, Frieda ist ja ein Einzelkind, hat das nochmal eine ganz andere Bedeutung. Sie hat jemanden an ihrer Seite. Er macht sie Stolz und lenkt die Aufmerksamkeit der Leute auf sich und vom Rollstuhl ab. Fellow macht Frieda selbständiger, da er ihr behilflich ist. Dinge die herunterfallen hebt er selbstverständlich auf, er bringt ihr Sachen damit sie die Hände frei für den Rollstuhl hat. Sie geht mit ihm einkaufen und er trägt den Einkauf. Friedas Leben ist freier, selbständiger, offener geworden. Und es rührt einen immer wieder, wenn er am Abend merkt, Frieda will sich den Schlafanzug anziehen, jetzt muss ich helfen. Er liegt vor der Badezimmertür und wartet, dann werden Hausschuhe und Socken ausgezogen.“

Für Frieda war es früher unvorstellbar, allein zu Haus zu bleiben, doch sobald Fellow bei Ihnen war, war das kein Problem mehr. Schon ein Jahr nachdem Fellow bei ihnen war sagte Frieda „Seitdem er da ist bin ich nicht mehr so ängstlich, ich kann mal alleine bleiben, Fellow ist immer da, mein bester Freund und beschützt mich.“ Doch nicht nur durch Fellow hat sich Frieda und auch die Familie verändert – auch mit dem Verein VITA fühlen sie sich eng verbunden. Nachdem das Team gemeinsam zu Hause angekommen war, wurde und wird es von VITA ein Hundeleben lang weiterbetreut, mindestens zweimal im Jahr kommen die Teams für mehrere Tage ins Ausbildungszentrum. Birgit sagt dazu: „Wir finden die Betreuung von Hund und Mensch über die Zusammenführung hinaus enorm wichtig. Man wird nicht einfach alleine gelassen. Viele von den Teams hatten noch nie einen Hund und da ist es wirklich toll, dass man einen Ansprechpartner und Hilfe hat, wenn man diese benötigt. Wo haben sich Fehler eingeschlichen, wo muss man wieder mehr drauf achten? Das wird in der Nachbetreuung geprüft“. Und das lebenslange Lernen gemeinsam mit dem Hund ist ein Ziel von VITA: „Die Hunde lernen während ihrer Ausbildung natürlich alles, was ein Assistenzhund können muss, doch jedes Team ist anders und jeder Mensch hat spezielle Bedürfnisse, bei denen sein Hund ihn unterstützen muss, zumal sich das Krankheitsbild ja im Verlauf auch oft ändert“, erklärt Tatjana Kreidler. Deshalb üben die Teams im gemeinsamen Alltag und auch in den Nachbetreuungen immer wieder neue Sachen. Ein tolles Erfolgserlebnis für die Teams und sehr sinnvoll für den Alltag mit dem Assistenzhund als Unterstützung.

Und der Zusammenhalt im Verein ist durch die Nachbetreuungen sehr groß, wie Birgit noch einmal bekräftigt: „VITA ist für uns ein sehr wichtiger Ort geworden, denn hier sind Gleichgesinnte. Für mich und meinen Mann sind es die Eltern der anderen behinderten Kinder, für Frieda die anderen Rollstuhlfahrer. Es ist ein Ort, an dem man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Man gibt sich Ratschläge über den Hund, aber auch persönliche Freuden und Leiden werden geteilt. Der Fußgänger holt sich Hilfe beim Rollstuhlfahrer oder umgekehrt. Doch vor allem kann Frieda mit den Rollstuhlfahrern sprechen. Egal ob jünger oder älter, von jedem kann man etwas lernen. Es werden Tipps ausgetauscht und sie hat Freunde gefunden. Man mag sich so wie man ist und akzeptiert den anderen. Wir haben für uns eine zweite Familie gefunden und ein gemeinsames Hobby, hier sind wir als Familie mit anderen zusammen. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten mit einem Rollstuhlkind. VITA und Fellow haben unser Leben komplett verändert!“