VITA-Team: Chris und Braveheart



Der US-Amerikaner Chris diente knapp zehn Jahre in der US-Army und die Einsätze in Afghanistan und dem Irak traumatisieren ihn tief.



Nach einem Hubschrauber-Unfall erleidet der 29-jährige ein schweres Schädelhirntraum und kehrt 2015 nach Deutschland zurück, wo er im Allgäu mit seiner deutschen Frau und den drei Kindern lebt. Doch Chris ist nicht mehr der gleiche Mensch und kapselt sich nicht nur von seiner Umwelt sondern auch von seiner Familie ab. Er leidet unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), Panikattacken, wenn er das Haus verlassen muss und Depressionen. Ein normales Leben ist für ihn nicht mehr möglich.

Über die US-Base erfährt Chris von VITA und informiert sich über das Leben mit einem Assistenzhund. Er liest die Geschichte von VITA-Team Richard und Abby und schöpft neue Hoffnung. Die ersten Besuche in Hümmerich erfordern höchste Anstrengung für Chris – er muss sich in einer ungewohnten Umgebung und neuen Menschen zurechtfinden. Immer wieder muss er sich zurückziehen um seine Panikattacken nieder zu ringen. Schon in diesen Momenten ist es Braveheart, der temperamentvolle, doch sehr sensible große Labrador-Rüde, der immer wieder seine Nähe sucht. Braveheart schafft es auch in diesen Momenten zu Chris durchzudringen und dem VITA-Ausbildungsteam wird klar, dass die beiden bestens zueinander passen.

Im Juli startet das VITA-Team Chris und Braveheart in Hümmerich in die Zusammenführung. Es ist kein leichter Weg, doch die beiden wachsen schnell sehr eng zusammen. Braveheart verliert seinen Menschen nie aus dem Blick, ist immer an seiner Seite und spürt, wenn die nächste Attacke naht. Dann wird der schwarze Wildfang ganz sanft und beruhigt Chris durch seine Anwesenheit. Der Ex-Soldat schaut in solchen Momenten tief in die Augen seines vierbeinigen Partners, streicht sein samtiges Fell und schafft es so immer besser seine Panikattacken zu kontrollieren.

„Braveheart gibt mir die Sicherheit und innere Ruhe, die mir so gefehlt hat und ich bin viel ausgeglichener. Ich weiß, dass er immer an meiner Seite ist und ich mit ihm jede Situation meistern kann“, so Chris. „Durch Braveheart hat mein Tag endlich wieder Struktur und ich verfolge einen Tagesrhythmus. Schon eine Stunde Training und Apportieren geben mir so viel und die Fröhlichkeit meines Assistenzhundes überträgt sich auf mich.“

Durch VITA hat Chris nicht nur sehr viel über Hunde gelernt, sondern vor allem über sich selbst: „Bei VITA zählt nicht nur der Mensch, sondern vor allem Mensch und Hund als eingespieltes Team. Jeder Hund hat einen ganz besonderen Charakter. VITA steckt so viel Liebe, Aufmerksamkeit und Zeit hinein, um das perfekte „Match“ zu finden. Brave und ich waren von Anfang an füreinander bestimmt und ich bin überglücklich mit ihm in mein neues Leben zu starten. Meine Familie und ich haben in den letzten Jahren nicht gewagt davon zu träumen, wieder gemeinsam unter Menschen zu gehen. Doch mit Brave dicht neben mir ist das wieder möglich.“