Ulrike Reimann



Ulrike wurde über einen Zeitungsartikel auf VITA aufmerksam und direkt „VITA-infiziert“. Kurze Hand später wurde sie VITA-Patin und unterstützt den Verein immer wieder ehrenamtlich.

Warum wurde ich VITA-Patin?

Als ich einen Artikel über VITA in unserer Tageszeitung las und anschließend das Glück hatte, eine Vorführung zu erleben, war es um mich geschehen, ich war "VITA-infiziert". Es war für mich erstaunlich, was die Hunde alles können und mit welcher Freude sie Ihre "Arbeit" bewältigten. Sofort hatte ich den Wunsch, diesen Verein und die Idee, die dahinter steht, in irgendeiner Form zu unterstützen. Da kam die VITA-Patenschaft für mich in Frage. Die Patenschaft bot die Möglichkeit, mich einerseits sozial zu engagieren und andererseits Wissenswertes über Hundeerziehung, vor allem über die Beziehung Hund-Mensch unter professioneller Anleitung zu erfahren und praktisch umzusetzen. Mit Hilfe der Assistenzhunde werden die Behinderten ein Stück weit selbständiger, unabhängiger von Dritten, gewinnen an Lebensqualität, bekommen einen Seelentröster, einen guten Freund. Und genau dazu wollte ich einen kleinen Beitrag leisten.

Mein VITA-Hund Fellow, auch bekannt aus der Fernsehgala "Ein Herz für Kinder" mit Thomas Gottschalk, hat zum Glück keine Starallüren, ganz im Gegenteil, er ist eine Seele von Hund, sehr sensibel, ein wenig verträumt, aber dennoch schnell begeisterungsfähig, mit dem so genannten „will-to-please“, ausgeglichen - eben ein idealer Kinder-und Familienhund.

Mein altes Kätzchen akzeptierte den Fellow auch schnell, aber es war von Anfang an klar, dass die Katze Chef im Haus war. Auch da sind VITA-Hunde vornehm zurückhaltend. Unter der fachkundigen regelmäßigen Betreuung durch die Trainer von VITA war die Erziehung des kleinen Welpen kein Problem. In der 14 Monate dauernden Patenschaft haben Fellow und ich sehr viel gelernt. Auch drei Urlaube am Wasser - zweimal Nordsee, einmal Südfrankreich - waren mit dem Hund ein großer Spaß, da er sehr anpassungsfähig ist und auch fremde Umgebungen und Umstände sofort toleriert.

Während der Patenschaft passierten natürlich auch kleine Missgeschicke. Unter den strengen Augen der Trainerin tauschte Fellow beim Dummytraining kurzerhand das Dummy gegen einen Stock, der allerdings vorschriftsmäßig apportiert wurde. Ebenso habe ich dem Patenhund beigebracht, Handschuhe und Socken auszuziehen. Dies stellt eine große Hilfe für die zum Teil bewegungseingeschränkten Behinderten dar. Fellow machte diese Übung so viel Spaß, dass er auch fremden, ahnungslosen Spaziergängern die Handschuhe klaute. Da muss man auf ganz viel Verständnis seitens der Passanten hoffen. Sofern man erklärt, dass Fellow ein Assistenzhund wird, ist das Verständnis auf jeden Fall vorhanden.

Zu den Hauptaufgaben eines VITA-Paten gehört neben der Erziehung die Sozialisierung der Hunde. Dies bedeutet, dass ich Fellow von Anfang beim Stadtbummel dabei hatte, wir öffentliche Verkehrsmittel gefahren sind, Restaurants und Wochenmarkt besucht haben , Kontakt zu Tieren, Kindern, anderen Hunden, fremden Menschen und dem Briefträger hatten. Einmal war der kleine Hund sogar mit im Kino. Für Fellow war das nicht aufregend, er hat den Film verschlafen, aber die anderen Besucher hatten sich nach dem Film gewundert, dass sie nichts von dem Hund gemerkt hatten.

Ich habe versucht, in dem Jahr der Patenschaft Fellow mit vielen Situationen zu konfrontieren, so dass vieles für ihn völlig normal ist und nichts ihn aus der Ruhe bringt.

Nach den 14 Monaten Patenschaft stand die Trennung von diesem wunderbaren Hund, der bei mir wie ein Familienmitglied aufgewachsen ist, an. Dass mir dies nicht leicht fallen würde, war mir von vorneherein klar.

Während meiner Patenschaft hatte ich das Glück, Frieda kennen zu lernen. Sie ist ein aufgewecktes 8-jähriges Mädchen, das auf den Rollstuhl angewiesen ist. Und Frieda wird mit Fellow in Zukunft ein Team bilden, Fellow wird ihr den Alltag erleichtern, Gegenstände bringen, Türen öffnen, ein guter Freund sein und dazu beitragen, dass Frieda selbständiger und selbstbewusster wird.

Für dieses liebe Mädchen war ich Fellow gerne eine Patin in seinem ersten Lebensjahr. Das Lächeln von Frieda und die Gewissheit, dass Fellow es bei ihr gut hat und er dem Mädchen als Assistenzhund hilfreich zur Seite steht, ist für mich der Trost und erleichtert mir die Trennung.

Es ist für mich ein schönes Gefühl, dass ich zu dem Team Fellow-Frieda meinen Beitrag leisten konnte.

Die Erfahrungen, die ich in der Zeit der VITA-Patenschaft gesammelt habe, sind unbezahlbar. Danke VITA!